Geiseldrama in Ägypten: Opfer durch deutsche GSG9 befreit
Das Geiseldrama, das vor mehr als einer Woche in Ägypten seinen Anfang nahm ist beendet. Alle Geiseln, auch die fünf deutschen Touristen, sind frei. Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut.
Wie nun bekannt wurde, waren an der Befreiung deutsche Einsatzkräfte der Bundespolizei-Elitetruppe GSG 9 und Soldaten des Kommandos Spezialkräfte, KSK, der Bundeswehr, auße4rdem Polizisten des BKA beteiligt.
Als die Entführer allerdings gewahr wurden, dass ein gewaltsamer Befreiungsschlag umgesetzt wird, flohen sie und ließen ihre Geiseln laufen.
Erschöpft aber glücklich sitzen die befreiten deutschen Touristen, unter ihnen Frank K., 57, und Heide R., 60, in einem Bus. Sie werden nach Kairo zurückgebracht und können vor dort aus dann ihre Heimreise antreten.
Die fünf deutschen Geiseln und die Spezialkräfte sollen mit einem Airbus der Luftwaffe ausgeflogen werden und am Dienstag in Deutschland eintreffen.
Ägyptische Spezialtruppen befreiten die Geiseln aus einem Lager im Tschad nahe der sudanesischen Grenze, hieß es von ägyptischen Behörden.
Verteidigungsminister Hussein Tantawi bestätigte den Übergriff und die Tötung der Hälfte der Kidnapper, die zu einer Rebellengruppe aus der westsudanesischen Krisenregion Darfur gehören sollen. Es wird vermutet, dass sie mit der Entführung Geld erpressen wollten.
Das ägyptische Staatsfernsehen sowie Italiens Außenminister Franco Frattini und sein rumänischer Amtskollege hatten die Freilassung der fünf Deutschen, fünf Italiener, einer Rumänin sowie ihrer acht ägyptischen Begleiter bereits zuvor bestätigt.
Welche Rolle Deutschland genau bei der Geisel-Befreiung gespielt hat, ließ das Auswärtige Amt offen. Trotz der internationalen Bestätigungen zögerte das Außenministerium in Berlin mit einer Stellungnahme.

