Cockpit mit Pistolenkugel durchschossen: Pilot spielt bei Landung Cowboy
Ein Pilot der Fluggesellschaft US Airways soll während des Landeanflugs in einem Airbus A 319 mit einer Pistole herum gespielt haben. Dabei löste sich, aus bislang ungeklärten Gründen, offenbar ein Schuss, der die Außenwand des Cockpits durchschlug und ein dickes Loch hinter ließ.
Bei dem Flug am Karsamstag holten sich 124 Passagiere in 2.500 Metern Seehöhe einen ordentlichen Schrecken, passiert ist ihnen aber nichts. Jetzt streiten Air-Marshals und Airline-Verantwortliche, wie sich der Schuss lösen konnte. Denn den Sicherheitsbegleitern zufolge sei es unmöglich, dass die Waffe von selbst feuerte.
In den USA dürfen Piloten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ganz legal Waffen im Cockpit mitführen. Rund 5.000 Flugkapitäne sind derzeit mit einer halbautomatischen Pistole vom Typ “H&K USP” über den Wolken unterwegs. Einen Zwischenfall gab es bislang aber noch nicht.
Am Sonntag hieß es, der Schuss habe sich “einfach aus der Pistole gelöst”. Beweisfotos vom Cockpit zeigen aber, dass das Projektil links unten durchs Cockpit schlug. Ein Winkel, der laut mehreren Sachverständigen darauf hindeutet, dass der Pilot die Waffe in der Hand gehalten haben könnte.
Den US-Air-Marshals zufolge handele es sich bei der “H&K USP” um eine Waffe “erster Güte”, es sei unmöglich, dass sich ein Schuss aus dieser Pistole löse. “So etwas feuert nicht von selbst, da muss man den Abzug drücken”, zitiert die AP einen Waffenexperten.
Für die Passagiere – wie auch die Crew im Cockpit – habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, betont die Fluglinie. Im Cockpit dürfte es zwar ein bisschen zugig gewesen sein, durch das Loch habe es aber keinen nennenswerten Druckabfall oder Sauerstoffmangel gegeben. “Selbst wenn in dieser Höhe ein Fenster rausbrechen würde, könnte man das Flugzeug ohne Probleme landen”, sagt Luftfahrtexperte Earl Dowell von der Duke Universität im US-Bundesstaat North Carolina.

