31st Aug2008

Deutsche Telekom: Bundesregierung unterstützt Konsolidierungspläne

by Y. A.

Deutsche Telekom: Bundesregierung unterstützt KonsolidierungspläneDer Sparkurs der Telekom und damit verbundene Entlassungen und Konsolidierungsmaßnahmen stoßen vor allem bei der Belegschaft auf Widerstand. Doch jetzt erhält Konzernchef Rene Obermann von der Bundesregierung Rückendeckung. Ein Sprecher des Finanzministeriums in Berlin erklärte, dass man Obermann vollstes Vertrauen entgegen bringe.

Die Bundesregierung unterstütze die Telekom in ihrem Bemühen, “die Wettbewerbsposition und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu stärken”.

Das Magazin „Focus“ hatte zuvor berichtet, dass die Maßnahmen Obermann scharf kritisiert worden seien. Demnach wird dem Konzernchef in Regierungskreisen vorgeworfen, “strategisch falsch aufgestellt” zu sein und die “falschen Prioritäten” zu setzen. Die Telekom wollte sich dazu nicht äußern.

Die Telekom will zahlreiche Callcenter schließen und ihre Technikzentren ausgliedern. 8000 Callcenter-Mitarbeiter müssen ihre Arbeitsplätze wechseln. Die rund 6000 Techniker müssen sich auf niedriger Löhne und längere Arbeitszeiten einstellen.

Dagegen hatten am Freitag nach Gewerkschaftsangaben etwa 1000 Beschäftigte vor der Repräsentanz des Konzerns in Berlin demonstriert.

Die Gewerkschaft Verdi läuft Sturm gegen beide Vorhaben. Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder, der dem Telekom-Aufsichtsrat angehört, attackierte den Vorstandsvorsitzenden persönlich. “Obermann fehlt das Gespür für die politische Dimension des Unternehmens”, sagte er dem “Focus”. “Dieser Vorstand macht seine Mitarbeiter zu Gegnern.” Den SPD-Wirtschaftsexperten Rainer Wend zitierte das Magazin mit den Worten: “Die Zusammenlegung der Callcenter ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten, der so nicht hingenommen werden kann.”

Dagegen machte sich Aufsichtsratschef Ulrich Lehner für Obermanns Sanierungskurs stark. “Dazu gehört auch ein notwendiger Personalumbau, der so sozialverträglich wie möglich vorgenommen wird”, erklärte Lehner. Obermann leitet den ehemaligen Staatsmonopolisten seit November 2006. Der Bund ist noch größter Eigner.

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