Schmiergeldaffäre: Erstes Siemens-Urteil erwartet
Am Montag wird vor dem Landgericht in München in der Siemens-Schmiergeldaffäre der erste Urteilsspruch erwartet. Angekalgt ist Reinhard Siekaczek. In Fachkreisen geht man davon aus, dass er eine Bewährungsstrafe erhalten werde.
Dem 58-jährigen Ex-Manager wird die Veruntreuung von rund 50 Millionen Euro in 44 Fällen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer 24 Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 180000 Euro. Der 58-jährige frühere Manager der Siemens-Telekommunikationssparte will eine Bewährungsstrafe akzeptieren.
Siekaczek hatte mit seinem umfangreichen Geständnis den Anklägern zufolge eine Lawine ins Rollen gebracht. Gegen 300 Beschuldigte wird noch ermittelt.
Insgesamt geht es im größten Schmiergeld-Skandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte um 1,3 Milliarden Euro an zweifelhaften Zahlungen, mit denen sich Siemens Vorteile bei der Vergabe von Aufträgen verschafft haben soll.

