27th Jul2008

Mon Chéri – Anschlag: Helmut O. erhält 20 Jahre Haft

by L. S.

Mon Chéri – Anschlag: Helmut O. erhält 20 Jahre HaftDer Bürgermeister des östereichischen Weindorfes Spitz in der Wachau wird wohl für den Rest seines Lebens ein Pflegefall bleiben. Noch immer liegt der 55 Jahre alte Hannes Hirtzberger im Koma. Er wurde Opfer eines Giftanschlags.

Auf der Windschutzscheibe seines Wagens hatte der Bürgermeister eine Grußkarte und eine Praline gefunden. Arglos aß er das Mon Chéri und brach wenig später zusammen. Er schafft es gerade noch, sein Auto sicher anzuhalten, fällt aus der Fahrertür.

Nach mehreren Wochen Ermittlungen machte die österreichische Polizei Helmut O. als Täter aus. Er wollte sein hoch verschuldetes Weingut in profitables Bauland umwandeln, doch der Bürgermeister kam ihm dazwischen, lehnte einen Bebauungsplan auf Grund ungesicherter Finanzierung ab.

Auf der Grußkarte, die der vergifteten Praline beigelegt war, wurden DNA-Spuren von Helmut O. gefunden. 700 Miligram Strychnin, Rattengift, hatte die vergiftete Praline enthalten.

Zu viel für einen Menschen. Bürgermeister Hirtzberger liegt noch immer im Koma. Er wird wohl für immer ein Pflegefall bleiben, sollte er noch einmal zu Bewusstsein kommen.

Jetzt wurde dem Verdächtigen Helmut O. der Prozess gemacht.

Fest steht aber: Helmut O. hatte ein Motiv. Seine DNA wurde auf der Grußkarte gefunden, angeblich auch Hilfsmittel in seinem Haus, mit denen die Praline präpariert worden sein soll. Dennoch bestreitet Helmut O. die Tat vehement. Er gibt aber zu, früher einmal nach einem Streit dem Bürgermeister einen Kuchen geschickt zu haben – statt mit roter Marmelade mit Ketchup gefüllt.

Jetzt wurde er zu 20 Jahren Haft verurteilt. Zudem muss er seinem Opfer 30 000 Euro zahlen. Bei der Urteilsverkündung sagt Helmut O. zur Richterin: „Ich nehme das Urteil nicht an.“ Es ist noch nicht rechtskräftig. Sein Anwalt Nikolaus Rast: „Wir werden Mitte, Ende August gegen das Urteil Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde einlegen.“

In Berufung will allerdings auch der Staatsanwalt gehen. Ihm ist das Strafmaß von 20 Jahren zu gering.

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