Bombay: Medienunternehmer Ralph Burkei stirbt im indischen Terror
Der islamistische Terror in der indischen Stadt Bombay hat mindestens ein deutsches Opfer gefordert. Der bayerische Medienunternehmer Ralph Burkei ist tot. Er starb auf der Flucht vor den Terroristen.
Der Ex-Vizepräsident des TSV 1860 München und ehemalige Schatzmeister der CSU hatte sich im „Taj Mahal Palace“-Hotel einquartiert und befand sich auch dort, als der Terror Mittwochnacht über Bombay herein brach.
Als die Schüsse fallen, versucht er über die Hotelfassade zu fliehen. Er stürzt auf ein Vordach. Mit letzter Kraft greift er zum Handy, ruft einen Freund in München an: „Ich habe mir alle Knochen gebrochen“, stammelt er. „Wenn mir jetzt keiner hilft, schaffe ich es nicht mehr.“
Es hilft ihm keiner, zumindest nicht schnell genug. Burkei stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus.
Es ist wie im Film, nur viel brutaler. Auch Erika Mann, SPD-Politikerin befindet sich in dem Luxushotel. Sie hatte Glück, kam lebend aus der Hölle wieder heraus. Nach ihren Schilderungen wurden die Gäste des Hotels auf den Gängen ständig verfolgt und nieder geschossen.
Die australische Schauspielerin Brooke Satchwell (28) ist gerade auf der Toilette, als der Horror beginnt. Sie versucht zu fliehen, doch vor dem Waschraum liegt eine Leiche. Also kriecht sie in einen Putzmittelschrank und verharrt dort bis keine Schüsse mehr zu hören sind.
Der deutsche Geschäftsmann Christian Wegmann wollte das Hotel gerade verlassen, als der Kugelhagel losbricht. Er rettet sich mit einer Gruppe weiterer Reisenden in das Restaurant des Hotels. Dort verbarrikadiert sich die Gruppe bis sie vom Militär befreit wird.
Auch im Hotel „Trident Oberoi“ herrscht der Terror. Eperanza Aguirre, spanische Politikerin, wirft sich hinter die Rezeption, als der Kugelhagel losbricht. Über die Küche kann sie schließlich mit Hilfe des Hotelpersonals fliehen.
Doch auf der Straße wird geschossen, – auf alles was sich bewegt. „Da war plötzlich ein Polizeiauto hinter uns“, erzählt Passant Manish Tripathi. „Der Mann darin begann, auf uns zu schießen.“ Neben Tripathi schreit ein Mann plötzlich, sein Finger sei weg, ein anderer blutet an der Schulter. „Ich höre sie immer noch schreien“, sagt Tripathi unter Tränen.
Und der Horror ist noch nicht zu Ende. Die Gefechte zwischen Polizei, Armee und Terroristen halten immer noch an.

