31st Jul2010

HD-Fernsehen: Ein halbes Jahr danach und kein bisschen weiter

by David Saizew

HD-Fernsehen Ein halbes Jahr danach und kein bisschen weiterZu den Olympischen Winterspielen 2010 begannen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD, ZDF und arte mit der Übertragung des Fernsehbildes im HD-Format 720p.

Arte ist seitdem der unangefochtene Spitzenreiter auf dem Gebiet des HD-Fernsehens in Deutschland. Zum einen, weil arte mit Abstand die meisten Sendungen in HD-Qualität überträgt und dabei auch zum anderen dies in einer sehr hohen und ausgezeichneter Qualität tut. Auch zeigt arte im Gegensatz zu den anderen Sendern, dem Zuschauer die Ausstrahlung in HD am Anfang jeder dieser Sendungen an. Zur Programmgestaltung greift arte mitunter in großem Maße auf europäische Produktionen zurück.

ARD und ZDF hingegen erwecken den Eindruck, dass sie den Zuschauer über den Tisch ziehen wollen, da diese auf eine Anzeige verzichten und nur äußerst selten HD-Formate anbieten. Und wenn es einmal eine Sendung in HD-Qualität auf ARD oder ZDF zu sehen gibt, lässt das einem dann meistens die Freude an HD-Produktionen vergehen, denn die HD-typischen Qualitätsmerkmale sind nur selten zu erkennen.

Dabei spielen anscheinend immer noch eine ungenügende Ausbildung der Produktionsteams auf dem Gebiet des HD-Fernsehens eine entscheidende Rolle, sowie auch gewisse Befindlichkeiten einiger Fernsehleute gegenüber diesem Format.

Anders ist es nicht zu erklären, dass zum einen Zuschauer keinen Unterschied zwischen dem normalen, digital ausgestrahlten 16:9 Format und einer HD-Produktion erkennen.

Dabei sind richtige HD-Sendungen um ein vielfaches besser, schärfer und brillanter, als herkömmliche Digitalproduktionen. So können diese so scharf sein, dass eine gewisse Plastizität in den Aufnahmen entsteht. Das bedeutet diese werden räumlich. Dabei spielt allerdings die Produktionsqualität eine entscheidende Rolle.

Zu Gute halten kann und muss man den Fernsehleuten allerdings auch, dass das Wahrnehmungsvermögen der Zuschauer, die Qualität und die Einstellung des Fernsehers auf diesem Gebiet eine entscheidende Rolle mitspielen.

Die Qualität der HD-Produktionen ist aber beim deutschen Fernsehen immer noch ein Stiefkind, denn wie ist es sonst zu erklären, dass bei diesen zu wenig Licht und falsche Kameraeinstellungen immer noch zu erkennen sind.

Diese Fehler lassen sich allerdings nicht durch ein größeres Finanzbudget beheben, sondern nur durch Veränderungen beim Personal und den Produktionsrichtlinien. Und solange sich Personal negativ über den erhöhten Arbeitsaufwand bei HD-Produktionen äußert, so lange dürfte es auf diesem Gebiet auch keine Verbesserungen geben.

Ist Fernsehen in HD-Qualität in England und Frankreich, man kann schon sagen, etwas Alltägliches geworden, so ist es in Deutschland, wie so oft auf anderen Gebieten auch, am in den Kinderschuhen stecken geblieben.

Der Zuschauer, dem in diesem Falle etwas entgeht, der kann weiterhin in die Röhre gucken und verpasst den neuen Standart …

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One Response to “HD-Fernsehen: Ein halbes Jahr danach und kein bisschen weiter”

  • steku

    Es mag sein das in Frankreich sowie England HD was alltägliches ist.
    Das Material was ausgestrahlt wird ist natives HD.
    Arte strahlt Filmaterial aus was eine sehr gute Abtastung erfahren hat.
    Außerdem wurde bei unseren Nachbarn aber trotzdem HD von der EU gefördert.