17th Okt2010

Merkel-Nachfolge: Guttenberg – Der neue Kanzler ?

by L. S.

Merkel Nachfolge: Guttenberg – Der neue Kanzler ?Merkel hat in der deutschen Bevölkerung stark an Zuspruch verloren. Bereitet die CDU möglicher Weise schon ihre Nachfolge vor ? Jüngst tauchten zahlreiche Gerüchte auf, Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (38) könnte das Erbe von Angela Merkel antreten.

Der „Spiegel“ titelt Montag „Die fabelhaften Guttenbergs – Paarlauf ins Kanzleramt“. Die „FAZ“ berichtete vergangene Woche von „Szenarien für eine Post-Merkel-Zeit“, in deren Mittelpunkt Guttenberg stehe, und die Bildzeitung fragt: „In welches Amt stürmt Guttenberg 2011?“

Guttenberg selbst will von derartigen Gerüchten gar nichts wissen. Er könne Merkel schon Kürze als Kanzler beerben – alles Quatsch.

Der Verteidigungsminister tollt akutell viel lieber mit seiner Familie durch den Wald. Dazu hat er sowieso nur wenig Zeit.

Doch Fakten sprechen eine andere Sprache. Beispielsweise soll Guttenberg laut Umfragen renomierter Analyse-Unternehmen, beliebtester Politiker in Deutschland sein. Außerdem war er Erststimmen-König bei der letzten Bundestagswahl. Eine kluge Parteiführung kann an Guttenberg als Zug-Pferd und Spitzen-Politiker gar nicht vorbei.

Außerdem ist Guttenberg jung. Das kommt an.

Pikant: Das Emnid-Institut ermittelte im September: 35 Prozent der Deutschen würden eine neue Partei wählen, wenn Guttenberg ihr Vorsitzender wäre. Unter den Anhängern von CDU und CSU sogar 55 Prozent.

Und Angela Merrkel ?

Zur guten Stimmung für Guttenberg kommen politische Erfolge: Mit seiner Bundeswehrreform (Aussetzen der Wehrpflicht) hat der Verteidigungsminister den größten Erfolg der ganzen Merkel-Regierung durchgesetzt. Und das gegen mächtigen Widerstand, unter anderem von Horst Seehofer.

Der angeschlagene CSU-Chef will jetzt auch etwas von Guttenbergs Glanz abhaben: „Immerhin habe ich den Karl-Theodor erfunden und geholt.“

Der Bonner Politikwissenschaftler Gerd Langguth analysiert: „Guttenberg wäre sicher im Moment der geborene Kanzlerkandidat, sollte Merkel der berühmte Ziegelstein auf den Kopf fallen.“

Damit rechnet zwar niemand ernsthaft, doch es stehen Wahlen an. Im März ist Baden-Württemberg dran. Die CDU sieht hier Schlimmes auf sich zukommen. Im Jahr 2013 wird in Bayern und im Bund gewählt. Bis dahin muss alles gerichtet sein.

Gleichermaßen hofft man in der bayerischen Landesregierung und im Kanzleramt auf die Unterstützung von Guttenberg. Möglicher Weise muss sich Guttenberg dann zwischen Landtag in Bayern und Kanzleramt in Berlin entscheiden.

Der Hoffnungsträger tritt angesichts der überbordenden Erwartungen in den eigenen Reihen auf die Bremse, äußert im „Spiegel“ Zweifel, ob er überhaupt für längere Zeit in der Politik bleiben werde. „Ich bin von Beginn an mit dem vollen Bewusstsein in die Politik gegangen, dass ich jederzeit aufhören könnte.“ Dann hätte Guttenberg mehr Zeit für seine geliebten Waldspaziergänge . . . und für Engagement in der Wirtschaft. Da wäre der Adels-Spross ein äußerst begehrter Mann !

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