Kinder-Mörder von Bodenfelde: Gutachter bescheinigte Harmlosigkeit
Der feige Kinder-Mörder von Bodenfelde war angeblich vor allem für sich selbst eine Gefahr, nicht aber unbedingt für sein Umfeld. Jetzt sind zwei Kinder tot.
Noch kurz vor den grausamen Taten wurde Jan O. (26) bescheinigt, dass er nicht gefährlich sein wollte. Ein tödlicher Irrtum.
Mehrfach hatte die Polizei versucht, gegen den 26-Jährigen vorzugehen, wurde von „Experten“ ausgebremst.
Auch die Einweisung in die Psychiatrie wurde abgelehnt.
Zunächst versuchte die Polizei einen Haftbefehl gegen den jungen Mann zu erwirken.
Am 4. November durchsuchte die Polizei seine Wohnung in Uslar, nahm ihn fest. Im Protokoll hielten die Ermittler fest: „Der Beschuldigte ist völlig dem Alkohol verfallen, nicht mehr in der Lage, sein Leben selbstständig zu führen.“ Die Wohnung von Jan O. war verwahrlost und dreckig. Die Polizisten sahen Gefahr für den jungen Mann und andere.
In der Folge wurde am 5. November ein Untersuchungshaftbefehl beantragt, der abgelehnt wurde.
Daraufhin versuchten die Ermittler bei der zuständigen Strafvollstreckungsbehörde die Bewährung des jungen Mannes zu widerrufen. Wieder vergeblich. Dabei hatte Jan O. den Kontakt zu seiner Bewährungshelferin längst abgebrochen, hielt sich auch nicht an das Alkohol-Verbot.
Die Polizei ließ nicht locker: Noch am selben Tag beantragte sie beim Gesundheitsamt des Landkreises Northeim die Einweisung von Jan O. in eine psychiatrische Anstalt. Ein Facharzt wurde gerufen, der Jan O. eineinhalb Stunden in Anwesenheit eines Richters begutachtete. Die „Experten“ kamen zu dem Schluss, dass durch Jan O. keine Gefahr für ihn selbst und auch nicth für andere ausgehe.
Nur zehn Tage später ermordete Jan O. sein erstes Opfer, fünf Tage später wurde der kleine Tobias zum Opfer.
Am Montag kündigte der Bürgermeister von Bodenfelde, Harmut Koch, an, er werde rechtliche Schritte gegen die Justiz prüfen, weil Jan. O nicht rechtzeitig inhaftiert wurde.

