30th Jan2011

Musikmanager Gorny: Websperren gegen Raubkopierer

by David Saizew

Musikmanager Gorny: Websperren gegen RaubkopiererDer Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der Musikindustrie Dieter Gorny und Gründer des Musiksenders Viva, fordert Internetsperren für Musikpiraten im Web. Dazu sagte dieser am Rande der Musikmesse  in Cannes, man solle diesen Nutzern die Musik hochladen “nur für ein paar Wochen”, das Internet abdrehen. Gleichzeitig verteidigt er auch wiederholt Massenklagen. Man müsse sich “auch wehren können”.

Am liebsten wäre ihm das in Frankreich praktizierte System im Umgang mit Urheberrechtsverstößen. Dort werden Internetnutzer, die gegen das Urheberrecht verstoßen, zweimal verwarnt und beim dritten Mal gibt es Strafen von Internetsperren bis zu Bußgeldern. Kritiker sehen darin allerdings eine Beschneidung der Freiheit des Websurfers. Dies sehe er anders, sagte Gorny. “Ich sage immer: Leute, wenn ihr bei Rot über die Ampel fahrt oder betrunken seid, dann seid ihr doch auch Euren Führerschein los.” Natürlich könne ein Betroffener bei einer Websperre ins Internetcafé gehen oder bei Freunden surfen, “aber das wäre trotzdem ein starkes Signal”.

In Deutschland ist dieses allerdings zur Zeit politisch nicht durchsetzbar.

Allerdings gibt es in Deutschland einen Auskunftsanspruch für die Musikindustrie. Mit diesen seit 2008 bestehenden so genannten zivilrechtlichen Auskunftsanspruch kann die Musikindustrie von einem Internetanbieter verlangen, die Daten bestimmter Nutzer, die im Verdacht der Piraterie stehen, herauszugeben. Damit muss die Musikbranche nicht mehr gleich vor Gericht ziehen, sie kann abmahnen. Und dies tut sie mit immer mehr Erfolg. So konnte in den letzten fünf Jahren die Anzahl der illegalen Downloads angeblich halbiert werden.
Allerdings kommen in Deutschland im Moment immer noch fünf  illegale Downloads auf einen legalen und damit auf eine Anzahl von 300 Millionen pro Jahr.

Gorny dazu weiter: Abmahnungen und Klagen seien letztlich nur Hilfsmittel: “Wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens darüber, was in der digitalen Welt erlaubt ist und was nicht.”

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