09th Mai2011

Kampf der Giganten: Telekom gegen Kabel Deutschland und Co

by David Saizew

Kampf der Giganten: Telekom gegen Kabel Deutschland und CoKabel Deutschland ist mit seinem 100 Mbit/s – Angebot für das Internet immer mehr auf dem Vormarsch. In den Städten, wo dieses Angebot verfügbar ist wechseln viele Kunden zum Kabelanbieter. Die Telekom kontert jetzt in einigen Städten mit dem Ausbau eines 200 Mbit/s- Netzes.

Aber die Sache hat nicht nur einen Haken. Wer 200 Mbit/s Download- und mindestens 100 Mbit/s Uploadrate nutzen möchte, der muss einen direkten Glasfaseranschluss im Wohnbereich, sprich in der Wohnung haben, denn für das üblich verwendete Kupferkabel an der Telefondose kann nur eine maximale Übertragungsrate von 125 Mbit/s garantiert werden.

Den gravierendsten Unterschied gibt es aber aktuell beim Fernsehen über das Internet. Werden bei der Telekom eine Übertragungsrate von ca. 9 Mbit/s für SD und 19 Mbit/s für HD- Fernsehen von der Übertragungsrate abgezogen, so werden beim Kabelangebot das Fernsehen auf die Leitung aufmoduliert, das bedeutet, die ganze Übertragungsrate bleibt trotz Fernsehen bestehen. Weiterhin hat der Kabelkunde die Möglichkeit zusätzlich Sky-TV-Angebote zu nutzen.

Beide Anbieter bieten für die Fernsehnutzung Festplattenrecorder an. Die Telekom ihren hauseigenen Media-Receiver mit 300 Gigabyte Festplatte und Kabeldeutschland einen Festplattenrecorder mit gleicher Kapazität und oder einen CI-Adapter mit Karte zum einstecken in einen CI+ -Slot des Fernsehers oder eigenen Recorders. Weiterhin besteht für Kabelkunden die Möglichkeit sich für Kabelnutzung zertifizierte Geräte im Fachhandel zu kaufen. Hierbei sind je nach Preislage sehr viele zusätzliche Funktionen möglich, wie die zeitgleiche Aufnahme von zwei HD- Programmen oder noch größere Festplattenkapazitäten in den Recordern.

Der größte Unterschied besteht darin, dass Kabelkunden bis zu sieben, ein Fernsehsignal verarbeitende Geräte ohne jegliche Einschränkung an einem Anschluss betreiben können. Dies ist bei der Telekom mit Einschränkungen beim HD-Fernsehen nur für zwei Geräte möglich.
Weiterhin ist es möglich auf die Kundenkarte des Kabelanbieters die Sky-Freischaltung mit aufzubuchen.

Die Bildqualitäten sind bei beiden Anbietern hervorragend aber der Service nicht. Hat man bei Kabel Deutschland deutsch-sprechendes Fachpersonal an der Strippe, so kann es bei der Telekom durchaus mit dem Service zu erheblichen Problemen kommen. Das beginnt bei fehlender Fachkenntnis des Personals im Callcenter und endet bei mangelnder, deutscher Sprachkenntnis.

Ein “Negativpunkt” bei Kabel Deutschland ist die Upstreamrate von nur 6 Mbit/s, die aber nach Insiderinformationen auch noch angehoben werden soll. Aktuell möchte Kabel Deutschland sein Glasfasernetz rund um die Uhr stabil am laufen halten und den Ausbau dessen massiv fortsetzen.

Der “Kampf” der Kommunikationsgiganten dürfte also noch lange nicht entschieden sein und das nicht bloß auf dem Hardwaresektor, nein auch auf dem Gebiet der Preise.

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