Bestechung bei der FIFA: Josef Blatter dementiert Krise
„Krise? Was ist eine Krise?“. Von einer Krise im Fußball will FIFA-Chef Josef Blatter nichts wissen, auch wenn gegen ihn und andere hochrangige Mitglieder der FIFA aktuell Ermittlungen wegen mutmaßlicher Bestechung laufen.
Angeblich soll die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 am Katar nicht sauber abgelaufen sein, FIFA-Präsident Josef Blatter soll von Schmiergeld-Zahlungen gewusst und nicht reagiert haben.
Auf einer Pressekonferenz am Montagabend, die am Ende beinahe eskalierte, dementierte Blatter jetzt vehement, dass es eine Krise gebe, allerdings verweigerte er schließlich die Beantwortung weiterer Fragen zu den aktuellen Vorgängen und stürmte von der Bühne.
Die FIFA-Regierung droht im eigenen Korruptionssumpf unterzugehen.
Sonst ganz staatsmännisch wortgewandt, wurde Blatter an einem Punkt wortkarg: Es ging um die E-Mail seines Generalsekretärs Jerome Valcke, in der dieser angedeutet haben soll, dass Katar die WM 2022 gekauft habe.
“Diese Frage beantworte ich nicht und bitte Sie um Verständnis. Sie können mir Fragen stellen zu mir und meiner Person.” Eine Verteidigungsrede klingt anders – fast scheint es, als könnte der Blatter-Gewährsmann Valcke in der Schlammschlacht mit untergehen.
Unmittelbar vor dem Kongress, bei dem sich Blatter am Mittwoch für weitere vier Jahre im Amt bestätigen lassen will, bleibt die FIFA ein Pulverfass, das jeden Tag explodieren kann. Trotz seines “Freispruchs” ist Blatter ein Chef auf Abruf – erst recht nach der Pressekonferenz, die das desaströse Bild der FIFA bestätigte.

