31st Mai2011

Kanzlerin auf Irr-Flug: Iran verweigert Luftraum

by L. R.

Kanzlerin auf Irr Flug: Iran verweigert LuftraumSo kann man seinen politischen Unmut auch demonstrieren. Der Iran hat der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel jüngst die Durchquerung seines Luftraumes für Stunden untersagt und somit einen wirren Irr-Flug verursacht.

Die Kanzlerin befand sich in der Nacht auf dem Weg nach Indien. Weil der Iran den Überflug blockiert, musst die Kanzler-maschine zwei Stunden lang Warteschleifen über der Türkei drehen.

Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag-Morgen: „So etwas haben wir noch nicht erlebt.“

Merkel war mit einer Wirtschafts- und Medien-Delegation in der Nacht zum Dienstag auf dem Weg nach Indiens Hauptstadt Neu-Delhi. Reiseflughöhe gut 10 000 Meter, Tempo mehr als 900 Kilometer pro Stunde.

Erst kurz bevor die Maschine den iranischen Luftraum erreicht hätte, wurde die Information über das verweigerte Durchgangs-Recht übermittelt. Eine iranische Leitstelle am Boden funkte das Flugzeug der Kanzlerin an.

„Wer sind Sie? Sie haben keine Genehmigung weiter zu fliegen.“

Die Bundeswehr-Piloten stutzen, gehen über iranischem Gebiet nahe Täbris zunächst in drei, vier Warteschleifen. Aus dem Airbus-Cockpit versuchen sie zu erklären, glauben zunächst an ein Missverständnis, alle Genehmigungen liegen vor. Aber dann verweigert die iranische Bodenstelle weiteren Kontakt, die Merkel-Maschine muss abdrehen, fliegt zurück in den türkischen Luftraum. Es ist ca. 1.30 Uhr.

An Bord herrscht Verwirrung. Was ist denn da los ?

Der Iran hat die zuvor erteilte Überflug-Genehmigung urplötzlich wieder zurückgezogen – vermutlich ein Klatsche der besonderen Art für Angela Merkel persönlich …

Nur eine halbe Stunde zuvor hatten die Iraner eine andere, deutsche Regierungsmaschine mit Innenminister Hans-peter Friedrich und Verteidigungsminister Thomas de Maizière und weiteren hochrangigen Personen anstandslos passieren lassen.

Aus Berlin versucht die neue Staatssekretärin im Außenamt, Emily Haber, ihr Glück. Aber die Minuten verrinnen, der Airbus bekommt immer mehr ein Problem: Noch ein bisschen länger – und der Sprit reicht nicht mehr für den Direktflug nach Delhi.

Wenige Minuten, bevor die Maschine deswegen nach Ankara zum Landen abdrehen will, geben die Iraner doch noch grünes Licht. Um 3 Uhr ist der Airbus wieder auf Kurs.

Die Kanzlerin ließ man die ganze Aufregung verschlafen. Ihr Kommentar am Morgen dazu schließlich: „Das war ein interessanter Reisebeginn. Hauptsache, dass wir nicht in Ankara zwischenlanden mussten”.

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